Demokratie

Czech

Demokracie

Demokracie rozkvétá, byť s kosmetickou vadou:
ti, kteří kradli po léta, dnes dvojnásobně kradou,
ti, kdo nás léta týrali, nás vyhazují z práce,
a z těch, kdo pravdu zpívali, dnes nadělali zrádce.
Ti, kdo nás léta týrali, nás vyhazují z práce,
a z těch, kdo pravdu zpívali, dnes nadělali zrádce.

Demokracie prospívá bez nás a pragmaticky,
brbláme spolu u píva, jak brblali jsme vždycky,
farář nám slíbil nebesa a čeká na majetky,
my nakrmíme forbesa za dvě či za tři pětky.
farář nám slíbil nebesa a čeká na majetky,
my nakrmíme forbesa za dvě či za tři pětky.

Demokracie zavládla, zpívá nám Gott i Walda,
zbaštíme sóju bez sádla u strejdy McDonalda,
král Václav jedna parta je se šmelinářským šmejdem,
pod střechou jedné partaje se u koryta sejdem.
král Václav jedna parta je se šmelinářským šmejdem,
pod střechou jedné partaje se u koryta sejdem.

Demokracie panuje od Aše po Humenné,
samet i něha v pánu je a zuby vylomené,
Dali nám nové postroje a, ač nás chomout pálí,
zaujímáme postoje, místo abychom stáli.
Dali nám nové postroje a, ač nás chomout pálí,
zaujímáme postoje, místo abychom stáli.

Demokracie dozrává do žaludečních vředů,
bez poctivosti, bez práva a hlavně bez ohledů,
a je to mýlka soukromá, snad z optického klamu,
že místo srdce břicho má a místo duše tlamu.
A je to mýlka soukromá, snad z optického klamu,
že místo srdce břicho má a místo duše tlamu.

Submitter's comments:

Das Lied ist 1993 entstanden, hat jedoch nichts an Aktualität verloren. Die Wendehälse, die Blockflöten und Blockpfeifen und ihre Günstlinge sitzen nach wie vor fest im Sattel.

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German

Demokratie

Nun erblüht die Demokratie, zwar mit Schönheitsfehlern:
die, die klauten vor Jahr und Tag, klauen jetzt doppelt weiter,
die uns peinigten jahrelang, jagen uns aus der Arbeit
und wer damals die Wahrheit sang, wird erklärt zum Verräter
Die uns peinigten jahrelang, jagen uns aus der Arbeit
und wer damals die Wahrheit sang, wird erklärt zum Verräter

Nun gedeiht die Demokratie - ohne uns und pragmatisch,
wir brummeln zusammen beim lieben Bier, wie wir brummelten immer,
der Pfarrer verspricht uns das Himmelreich und hofft dabei auf fette Pfründe,
wir stecken in Spielautomaten rein unsere Groschen und Fünfer,
der Pfarrer verspricht uns das Himmelreich und hofft dabei auf fette Pfründe,
wir stecken in Spielautomaten rein unsere Groschen und Fünfer

Die Demokratie ist nun an der Macht, singen uns Gott und Walda,
wir futtern Soja ganz ohne Speck bei dem Onkel McDonald,
König Wenzel macht sich gemein mit dem Wuchergesindel,
unter dem Dach der einen Partei wollen am Trog wir uns finden.
König Wenzel macht sich gemein mit dem Wuchergesindel
unter dem Dach der einen Partei wollen am Trog wir uns finden.

Nun herrscht Demokratie im Land von Aš bis Humenné,
Samt und Lieblichkeit sind dahin und ihr fehlen die Zähne.
Sie legen uns neues Geschirre an und das Joch brennt im Nacken,
und wir nehmen nur Haltung an, anstatt aufrecht zu stehen.
Sie legen uns neues Geschirre an, und das Joch brennt im Nacken,
und wir nehmen nur Haltung an, anstatt aufrecht zu stehen

Nun reift die Demokratie heran bis zu Magengeschwüren,
ohne Ehrlichkeit, ohne Recht, vor allem ohne Rücksicht,
doch das kann nur ein Irrtum sein, ein Trugbild, ein Augenfehler,
der Bauch nimmt die Stelle des Herzens ein, ein Maul hat sie statt einer Seele.
Doch das kann nur ein Irrtum sein, ein Trugbild, ein Augenfehler,
der Bauch nimmt die Stelle des Herzens ein, ein Maul hat sie statt einer Seele

Submitted by krutykrtek on Mon, 03/10/2011 - 00:30
Author's comments:

Das tief sitzende Misstrauen unserer slawischen Nachbarn gegenüber der Demokratie erklärt sich zum Teil aus einer phonetischen Ähnlichkeit des Wortes mit den Präsensformen des Verbs krást/ krádat (stehlen) - die Zeilen 1 und 2 sind nicht umsonst durch Paarreim verbunden.

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Comments
zanzara     February 6th, 2014
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krutykrtek     February 8th, 2014

Danke, Zanzara! Ich würde gern mehr von Karel Kryl übersetzen, zumal sich der 70. Geburtstag des großen Dichters nähert. Während des Semesters belibt mir leider kaum Zeit, ich freue mich schon auf die Semesterpause.

zanzara     February 8th, 2014

Also schöne und fruchtbare Ferien!
P.S.
Wieso das Kommentar über Ähnlichkeit des Wortes krást/klauen zu was? Es geht doch darum, daß sich in der Demokratie im Vergleich zum Sozialismus in der Hinsicht gerade nichts geändert hat...

krutykrtek     February 9th, 2014

In einem Roman von Jurij Poljakow werden die ehemaligen Partei- und Komsomolfunktionäre, die sich nach der Perestrojka einen demokratischen Anstrich gaben, als "Demokrady" bezeichnet. Meine polnischen Kollegen fanden diese Wortschöpfung auch sehr zutreffend. Einverstanden, es geht tatsächlich darum, dass sich nichts geändert hat. Bei uns sind ehemalige Funktionäre der Ost-CDU, die früher als "Blockfreunde" die sozialistische Scheindemokratie legitimiert haben, nach wie vor in hohen politischen Ämtern.

Es gibt in diesem Text von Karel Kryl noch ein interessantes Wortspiel, nämlich "singen uns Gott und Walda", eine Anspielung auf den ersten kommunistischen Staatschef in der Tschechoslowakei Klement Gottwald, der 1948 durch einen Coup d'État an die Macht kam.

zanzara     February 9th, 2014

Ach, das mit Gottvald habe ich versehen...natürlich so macht's mehr Sinn als Karel Gott und Waldemar Matuška...Danke Smile