Naserümpfen eines Allergikers

Češki

Přičichnutí alergikovo

V nose mě šimrá alergie, jak se tak šourám
alejemi, ale je mi fajn dobře se tu žije,
v mé rozkvétající zemi.
Tak trochu slzím a pokašlávám,
jak mi do očí padá pyl z květů,
nevěřím všem těm poplašným zprávám,
mně prostě a dobře je teď tu.

Pletence milenců v čerstvé trávě
a křik dětí z pískoviště,
já věřím nejvíc své vlastní hlavě,
mé tělo je mé utočiště.
Tak mi doktoři pouštějí žilou,
to aby infekce nezpůsobila,
že bych snad nakazil taky svou milou,
zemi co vskutku je čilá.

Pověstná jarní apatie
a dlouhé fronty před apatikou,
já a ty kouříme u Slávie,
dál pak po nábřeží elektrikou.
Kousek od tud je galerie,
vrátného znám a za litr rumu,
uvidíš obrazy mistrů z Itálie
a vrátného zlitého jak pumu.

Rád se kochám a rád jsem kochán,
koho chleba jíš, toho píseň zpívej,
já zpívám tomu koho zrovna potkám,
dělám všechno pro to, abych zůstal živej.
Páč mi doktoři dál pouštěj žilou,
infekce ve mně však už pokročila,
co nejde rozumem musí jít silou,
kam pak se mrška skryla.

Zápisy vznešených dialogů,
citáty velkých mužů i žen,
kouřové signály úst demagogů,
zde domov můj - má rozkvetlá zem.
Oteklá tvář, vstupenka do legií,
stíny tlouštíků na štíhlých křivkách cest,
partizán napaden letargií,
bezelstná vítězství slibů a gest.

Na základní škole T.G.Masaryka
naříká poslední učitel dějepisu,
znuděných studentů se výklad nedotýká,
budoucnost národa krapet mimo mísu.
Tak mi doktoři pustili žilou,
infekce nátlaku ustoupila,
pak opustím taky svou milou,
zemi čo zabudla, že mala Kryla.

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Njemački

Naserümpfen eines Allergikers

Es kitzelt in meiner Nase, das ist die Allergie, wenn ich so schlendere durch die Alleen, es geht mir bestens,
schön lässt es sich leben in meinem blühenden Land.
Die Augen tränen ein wenig, ich huste,
wenn mir in die Augen der Blütenstaub fällt,
ich schenke der Angstmache keinerlei Glauben,
mir geht es einfach gut hier und heute.

Im frischen Gras die verschlung'nen Liebespaare,
das Kindergeschrei aus der Sandbox,
ich traue am meisten meinem eigenen Kopf,
mein Körper ist mein Zufluchtsort.
So lassen mich die Doktoren zur Ader,
damit die Infektion mir nicht schadet,
dass nicht das ganze Land infiziert wird,
das wahrhaftig gesund ist und munter.

Die sprichwörtliche Müdigkeit im Frühjahr,
die langen Schlangen vor den 'Apathiken',
du und ich, wir rauchen beim „Slavia“,
weiter geht’s mit der Trambahn am Ufer entlang.
Ein Stück von hier ist eine Galerie,
ich kenne den Pförtner, und für einen Liter Rum
siehst du die Bilder der Meister aus Italien
und den Pförtner voll wie ’ne Strandhaubitze.

Ich genieße gern und lass mich gern genießen,
wes Brot du isst, des Lied musst du auch singen,
ich singe für jeden, dem ich grad begegne,
ich tu alles um zu überleben.
Sollen mich die Doktoren nur weiter zur Ader lassen,
die Infektion ist bei mir eh schon fortgeschritten,
was mit Verstand nicht geht, muss mit Gewalt gehen,
und dann ist das Biest verschwunden.

Mitschriften erhabener Dialoge,
Zitate von großen Männern und Frauen,
Rauchzeichen aus dem Mund von Demagogen,
Hier ist meine Heimat, mein blühendes Land.
Ein geschwollenes Gesicht ist der Eintritt in die Liga,
Schatten von Dickwänsten auf den schlanken Linien der Wege,
ein Partisan, von Lethargie befallen,
harmlose Siege von Versprechungen und Gesten.

In der Elementarschule “T.G. Masaryk”
jammert der letzte Lehrer der Geschichte,
die gelangweilten Schüler geht der Vortrag nichts an,
die Zukunft der Nation tropft an der Schüssel vorbei.
So lassen mich die Doktoren zur Ader,
die Infektion ist dem Angriff gewichen,
und dann verlasse auch ich meine liebe
Heimat, die vergessen hat, dass sie einen Kryl hatte*.

Postavljeno od krutykrtek u Sub, 08/10/2011 - 11:24
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Link zum offitiellen Videoklip:
http://www.myvideo.de/watch/7617814/Tomas_Klus_Pricichnuti_alergikovo

*Die beiden letzten Zeilen sind eine Anspielung auf Karel Kryls Gedicht "Loth" ("Loth bin ich, gehe fort mit abgewandtem Blick.../ Und doch: dies ist mein Land"). Karel Kryl hinterließ diesen Text als eine Art von Crédo, bevor er, tief enttäuscht von den Ergebnissen der "samtenen Revolution", seine Heimat zum zweiten Mal und für immer verließ.

** wir rauchen beim „Slavia“: Anspielung auf den Roman "Café Slavia" von Ota Filip

Der Song ist im Kontext der Initiative „Vyměňte Politiky“ („Politikerwechsel“) entstanden - http://www.vymentepolitiky.cz/co-chceme. Das Programm ist so radikal wie einfach: damit sich in Tschechien etwas ändert, muss die gesamte politische Kaste zum Teufel gejagt werden.

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