Vasilis Papakonstantinou - Fovamai (Φοβάμαι) (Német translation)

Német translation

Ich fürchte mich

Vor Dir die Lichter einer Zivilisation,
die auf die Ausgrabungen wartet...
Und die Käfige mit den Kanarienvögel,
die, in eine Reihe gestellt, schlafen...
Und ich, der noch nicht herausgefunden hat, wer er ist;
ein müdes Ziel, ohne Aussicht...
Und Du, die Du gleich eins der Lichter ausschalten wirst,
um mit jemandem zu schlafen, der mir ähnelt...
So, dass die Gitterstäbe des Käfigs
für einen Moment in der Dunkelheit verschwinden...
 
Ich fürchte mich vor all dem, das für mich ohne mich passieren wird...
 
Meine Kleider sind alt geworden und halten nicht mehr;
Löcher an den Knien vor lauter Verbeugungen;
Hosentaschen, von Münzen zerrissen;
kaputte Reißverschlüsse, sie gähnen vor Insolvenz.
Mein Körper, blau angelaufen
in der Kälte, wie ein Fehler,
den keiner zugibt,
dreht sich um und sucht nach Deiner Wärme.
 
Ich fürchte mich vor all dem, das für mich ohne mich passieren wird...
 
Dein Zement1 ist neu
mit furnierten Möbeln;
und weißem Marmor,
ein Glanz, der blendet
und keinen Raum zum Verbleiben lässt;
und alleine ich in all dem da drin verfaule wie in antikem Grabe;
Geschirr2 und Darstellungen wurden dort gefunden
außer mir, der in geheimer Krypta
noch suche, Dich zu finden, um mich auferstehen zu lassen.
 
Ich fürchte mich vor all dem, das für mich ohne mich passieren wird...
 
Meine Kleider sind alt geworden und fallen
wie bankrotte Regierungen...
Ich bin in einem Kinderhöschen gealtert
und das Schiff ist immer noch nicht in Sicht...
Ich umarme Dich noch fester, weil ich friere;
mein Körper ist eine Strasse, auf der öffentliche Werke verrichtet werden;
Kompressoren öffnen und schließen mich...
Öffne ein wenig die Gardine, um mich zu sehen;
ich wurde zur Landebahn für Militärflugzeuge
und mein Gehirn ein Lager für Kernspaltreste...
Sie nahmen Sicherheitsmaßnahmen für mein Atmen
und auf multinationaler Einbahnstrasse gaben sie meine Zukunft als Gegenleistung
 
Ich fürchte mich vor all dem, das für mich ohne mich passieren wird...
 
Und so lebe ich im Vorraus meine Vergangenheit
und mit zwei nackten Kabeln als Arme
umarme ich Deine hohen Volts zum letzen Male.
 
Ich fürchte mich!
 
  • 1. Im Orginaltext als Mehrzahl; ich wollte den Begriff nicht ändern, im Deutschen würde man u.a. "Deine vier Wände" sagen
  • 2. oder auch "Utensilien"
Kűldve: marinos25 Szerda, 18/03/2015 - 22:23
Added in reply to request by maluca
Görög

Fovamai (Φοβάμαι)

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Coopysnoopy    Csütörtök, 19/03/2015 - 07:47

Hallo,

ich hätte da ein paar Korrekturen:

"Und die Käfige mit den Kanarienvögeln,"

"Und ich, der noch nicht herausgefunden hat, wer er ist;" würde ich ändern in "Und ich, der ich noch nicht herausgefunden habe, wer ich bin;"

"Ich fürchte mich vor all dem, was für mich ohne mich passieren wird..."

"und ich allein in all dem verfaule da drin wie in einem antiken Grab;" (wenn es möglichst nah an deiner Version sein soll)
Ich würde aber nehmen: "und ich verfaule allein darin wie in einem antiken Grab"

"mein Körper ist eine Straße" (nach langem Vokal, hier das "a", folgt nie ein "ss", immer ein "ß")

"Und so lebe ich im Voraus meine Vergangenheit"

"umarme ich Deine hohen Volt zum letzen Male." (im Deutschen gibt es für Volt keinen Plural)