Wolfgang Riedmann - Der Ritt der Sechshundert

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Der Ritt der Sechshundert

DER RITT DER SECHSHUNDERT
Die romantische Version
Eine Replik auf Alfred Tennysons „The Charge of the Light Brigade“ und Fontanes deutschem Abklatsch im Stil Joseph von Eichendorffs
 
Durchs Tal galoppierten in Eile
sechshundert Reiter vereint
mit Heldenmut Meile für Meile
entschlossen gegen den Feind.
Husaren, Dragoner, Ulanen
sie stürmten in prächtiger Tracht
mit ihren flatternden Fahnen
tollkühn in die blutige Schlacht.
 
Die edlen Rosse, sie schwitzten,
es glänzte ihr triefnasses Fell,
die blanken Säbel, sie blitzten
wie das Gold an den Röcken so hell.
Die Mienen der Reiter verwegen,
bereit zum entscheidenden Schlag,
wer hätt' da nicht mitreiten mögen
an diesem Oktobertag!
 
Es hatten zuvor in der Nacht
die Russen im Umkreis die Höhen
in ihre Hände gebracht!
Die Briten, man kann es verstehen,
sie waren darob nicht erfreut,
drum galt hernach all ihr Sinnen,
die verlorenen Höhen erneut
gewaltsam zurückzugewinnen.
 
Den britischen Offizieren
lag nämlich vieles daran,
sich schnellstens zu revanchieren,
und darum entschieden sie dann,
dass Dragoner, Ulanen, Husaren,
die leichte Reiterei,
nun gegen die Truppen des Zaren
ins Feld zu führen sei.
 
So preschten die britischen Reiter
sie boten ein herrliches Bild,
ins Tal hinein weiter und weiter,
vom Siegeswillen erfüllt,
um auf ihren schnaubenden Tieren
den Feind weit hinten im Tal
mit Todesmut zu attackieren
so wie man es ihnen befahl.
 
Nur hatte der Feind in der Nacht
auch auf den seitlichen Hängen
Geschütze in Stellung gebracht.
Um die Briten zurückzudrängen,
begannen zu deren Verdruss
die russischen Kanoniere
mit heftigem Beschuss
der Reiter und ihrer Tiere.
 
So prasselten denn die Geschosse
mit donnerndem Trommelschlag
auf sechshundert Reiter und Rosse -
wer da nicht mitreiten mag!
Schon wurden die ersten Husaren
von russischen Kugeln zerfetzt,
und manche Dragoner, sie waren
bereits zu Tode verletzt.
 
Im bösen Kanonenpalaver
fand mancher Ulan schon den Tod,
und Leichen und Pferdekadaver,
sie färbten die Erde schon rot.
Und dennoch stürmten die Reiter,
wenn auch besprenkelt mit Blut,
durchs Todestal vorwärts und weiter
mit unverminderter Wut.
 
Wie brandende Wogen ergossen
sich dann in die Schanzen hinein
die Briten auf ihren Rossen
im herbstlichen Sonnenschein.
Es fluteten jetzt die Schwadronen
hinweg über Graben und Wall,
hin zu der Russen Kanonen
in unaufhaltsamem Schwall.
 
Ei, welch ein Hauen und Stechen
entbrannte in kürzester Frist
man kämpfte auf Biegen und Brechen,
da dies ja auch heldenhaft ist.
Durchbohrt von Säbeln und Lanzen
fand mancher Kosak nun den Tod,
starb an den Faschinen der Schanzen,
wie's ihm die Berufspflicht gebot.
 
Doch sank auch von seinem Pferde
in diesem fanatischen Kampf
manch Brite hinab auf die Erde,
im grausamen Todeskrampf.
Doch wer hätte damals inmitten
der Metzelei nicht aus Pflicht
und Freude am Kampf mitgestritten,
ob's sinnvoll war oder nicht.
 
Dann traten die Kampfgenossen,
nachdem dieser Schlag getan,
auf ihren dampfenden Rossen
den Rückweg wieder an.
Und wieder scholl feindliches Feuer
mit höllischem Geschrei
und wütete ungeheuer
in der Briten Reiterei.
 
Jetzt hagelte wieder Eisen
von rechts und links herein
und riss entsetzliche Schneisen
in den britischen Kriegerverein.
So stürzte wieder vom Pferde
manch Dragoner, Husar und Ulan
auf blutgetränkte Erde
und kam nimmer irgendwo an.
 
Hernach war niemand verwundert,
da es offenkundig erschien:
sie waren nicht mehr sechshundert
die stolzen Reiter der Queen.
Es hätten wohl etliche Briten
sich heimlich am Abend gedacht:
Oh, wär' ich doch nicht mitgeritten
in diese heroische Schlacht!
 
Wolfgang RiedmannWolfgang Riedmann দ্বারা সোম, 12/08/2019 - 20:52 তারিখ সাবমিটার করা হয়
Wolfgang RiedmannWolfgang Riedmann সর্বশেষ সম্পাদনা করেছেন শনি, 17/08/2019 - 16:22
ধন্যবাদ!2 বার ধন্যবাদ পেয়েছেন

 

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Wolfgang Riedmann: সেরা 3
মন্তব্যসমূহ
Vera JahnkeVera Jahnke    মঙ্গল, 13/08/2019 - 15:05

⭐️ ⭐️ ⭐️ ⭐️ ⭐️
Und diese sechshundert Reiter,
Sie reiten weiter und weiter,
Am Ende sagen sie immer,
Beim nächsten Mal tun wir es nimmer.
Nur wie schnell hat man(n) vergessen,
Wenn man(n) auf den Ruhm ist versessen.
Doch hat mir Dein Reim sehr gefallen,
Ich musst' in den Sessel mich krallen,
So spannend hast Du es geschrieben,
Das kann man ganz einfach nur lieben!