Song of Durin (German translation)

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English

Song of Durin

The world was young, the mountains green,
No stain yet on the Moon was seen,
No words were laid on stream or stone,
When Durin woke and walked alone.
He named the nameless hills and dells;
He drank from yet untasted wells;
He stooped and looked in Mirrormere,
And saw a crown of stars appear,
As gems upon a silver thread,
Above the shadow of his head.
 
The world was fair, the mountains tall,
In Elder Days before the fall
Of mighty Kings in Nargothrond
And Gondolin, who now beyond
The Western Seas have passed away:
The world was fair in Durin's Day.
 
A king he was on carven throne
In many-pillared halls of stone
With golden roof and silver floor,
And runes of power upon the door.
The light of sun and star and moon
In shining lamps of crystal hewn
Undimmed by cloud or shade of night
There shown forever far and bright.
 
There hammer on the anvil smote,
There chisel clove, and graver wrote;
There blade was forged and bound the hilt;
The delver mined the mason built.
There beryl, pearl, and opal pale
And metal wrought like fishes' mail,
Buckler and corslet, axe and sword,
And shining spears were laid in horde.
 
Unwearied then were Durin's folk;
Beneath the mountains music woke:
The harpers harped, the minstrels sang,
And at the gates the trumpets rang.
 
The world is grey, the mountains old,
The forge's fire is ashen-cold;
No harp is wrung, no hammer falls:
The darkness dwells in Durin's halls;
The shadow lies upon his tomb
In Moria, in Khazad-dûm.
But still the sunken stars appear
In dark and windless Mirrormere;
There lies his crown in water deep,
Till Durin wakes again from sleep.
 
Last edited by Ainoa on Tue, 28/03/2017 - 01:36
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German translation

Durins Lied

Die Welt war jung, die Berge grün,
Noch kein Fleck auf dem Mond ward gesehen,
Unbenannt waren Fluss oder Stein,
Als Durin erwachte und allein dahinschritt.
Er benannte die namenlosen Hügel und Täler;
Er trank aus noch nicht gekosteten Brunnen;
Er bückte sich und schaute in den Spiegelsee,
Und sah auftauchen eine Krone von Sternen,
Wie Juwelen ​​auf einem Silberfaden,
Über dem Schatten seines Hauptes.
 
Die Welt war schön, die Berge hoch,
In den Ältesten Tagen vor dem Fall
Der mächtigen Könige in Nargothrond
Und Gondolin, das jetzt jenseits
Der Westmeere vergangen ist:
Die Welt war schön in Durins Tagen.
 
Ein König, er saß auf einem gemeißelten Thron
In ausgedehnten Säulenhallen aus Stein,
Mit goldenem Dach und silbernem Boden
Und Runen der Macht über dem Tor.
Das Licht von Sonne, Sternen und Mond,
In leuchtende Kristalllampen gezwängt,
Ungetrübt von Wolken oder Schatten der Nacht,
Es strahlte dort ewig, weithin und hell.
 
Dort war es, wo der Hammer auf den Amboss schlug,
Dort spaltete der Meißel, und der Stichel schrieb;
Dort wurde die Klinge geschmiedet und befestigt am Griff;
Der Bergmann grub Gänge, der Steinmetz war tätig.
Dort finden sich Berylle, Perlen und blasse Opale.
Und Metall, geschmiedet in Fischgrätenmustern,
Faustschild und Harnisch, Axt und Schwert,
Und blitzende Speere wurden gestapelt im Hort.
 
Unermüdlich war damals Durins Volk;
Unter den Bergen erwachte Musik:
Die Harfen spielten, die Barden sangen,
Und an den Toren ertönten die Trompeten.
 
Die Welt ist grau, die Berge sind alt,
Das Feuer der Schmiede ist erkaltet zu Asche;
Keine Harfe wird gezupft, kein Hammer fällt:
Die Finsternis haust in Durins Hallen;
Der Schatten liegt auf seinem Grab
Doch immer noch erscheinen die versunkenen Sterne
Im dunklen und windstillen Spiegelsee;
Dort liegt seine Krone tief im Wasser,
Bis Durin wieder erwacht aus dem Schlaf.
 
Submitted by Lobolyrix on Tue, 01/01/2019 - 11:54
Author's comments:

John Ronald Reuel Tolkien (1892 -1973) war ein britischer Schriftsteller und Philologe. Sein Roman Der Herr der Ringe (The Lord of the Rings, 1954/55, auf Deutsch erschienen 1969/70) ist eines der erfolgreichsten Bücher des 20. Jahrhunderts und gilt als grundlegendes Werk für die moderne Fantasy-Literatur.

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