Sonnet 18 Shall I compare thee to a Summer's day? ( Tradução para Alemão)

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Inglês
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Sonnet 18 Shall I compare thee to a Summer's day?

Shall I compare thee to a summer's day?
Thou art more lovely and more temperate:
Rough winds do shake the darling buds of May,
And summer's lease hath all too short a date:
 
Sometime too hot the eye of heaven shines,
And often is his gold complexion dimm'd;
And every fair from fair sometime declines,
By chance or nature's changing course untrimm'd;
 
But thy eternal summer shall not fade
Nor lose possession of that fair thou owest;
Nor shall Death brag thou wander'st in his shade,
When in eternal lines to time thou growest:
 
So long as men can breathe or eyes can see,
So long lives this and this gives life to thee.
 
Adicionado por SilentRebel83SilentRebel83 em Terça-feira, 24/12/2013 - 18:21
Última edição feita por BesatniasBesatnias em Terça-feira, 19/04/2016 - 22:51
Comentários do remetente:

Sung version by David Gilmour:

Tradução para AlemãoAlemão
Alinhar parágrafos

Sonett 18

Soll ich dich messen an des Sommers Zeit?
Viel schöner bist du, und du hältst mehr Mass.
Der Wind erschüttert Knospen, sturmbereit,
Und allzu schnell verdorrt des Sommers Gras.
 
Manchmal erstrahlt zu heiss der Sonne Rund,
Und oft verdunkelt ist ihr güld’ner Schein,
Und alle Schönheit kennt die Todesstund’,
Entstellt durch Unbilden und Alterspein.
 
Doch dein endloser Sommer bleibt sich gleich,
Verliert die Schönheit nicht, die du besitzt,
Auch drohet nicht des Todes Schattenreich
Dir, Teil der Zeit, auf ewig eingeritzt.
 
Solange Menschen leben, Augen sehn,
So lang lebt dies, und so bleibst du bestehn.
 
Obrigado!
Adicionado por PawlowskyPawlowsky em Sexta-feira, 10/04/2020 - 09:48
Comentários do autor:

Silbenzahlen und Metrik OK, aber insgesamt ein weiterer gut gemeinter, aber wenig befriedigender Versuch, Shakespeare gerecht zu werden.
Z. B.: Zwar drohet dem Angesprochenen nicht des Todes Schattenreich, aber es ist ihm, als Teil der Zeit (Teilzeit), auf immer und ewig eingeritzt. Was soll das besagen? Er ist zwar sterblich, stirbt aber nie, oder wie oder was?
Außerdem ist das "eingeritzt" in dem doch ernsten und feierlichen Sonett so unpassend wie das Kreischen eines Nagel über Glas in einer Beethoven-Sonate.

Fonte da tradução:
https://www.experimenta.de/pdf/2020/experimenta-04_20_April_ES.pdf
Comentários
MilliMilli    Sexta-feira, 10/04/2020 - 14:30

Man kann die Aufzählung leicht fortsetzen, denn die Übertragung hat mehr Löcher als ein Schweizerkäse.

„Soll ich dich messen an…“: Wer immer an irgendwas gemessen wird, ist eher sekundär, der Maßstab dagegen primär, vorgängig
„viel schöner bist Du…“: Wie kann etwas mehr sein als das, woran es gemessen wird?
„…und du hältst mehr Mass“: Sicher ein Schreibfehler, aber ein ziemlich dummer, denn „Mass“ ist das, was es nur im Femininum gibt und bei den Bayern einen gefüllten Bierkrug bedeutet; bei „hälst mehr Mass“ lachen dann die Hühner, die bayrischen zumindest
„Der Wind erschüttert Knospen, sturmbereit“: Wer ist hier „sturmbereit“, der Wind oder die Knospen? Wenn es die Knospen sind, die sich bereit gemacht haben für den Sturm (weil sturmbereiter Wind Quatsch ist), warum werden sie dann schon vom Wind erschüttert, wenn sie eigentlich für Sturm gerüstet sind? Und im Original sind darüber hinaus die Knospen „the darling buds of May“, also was Liebliches, Zartes und nichts, was irgendwie sturmbereit wäre. (Und schließlich und endlich, ist „sturmbereit“ nicht das, was die Landknechte sind, wenn sie bereit sind, eine Burg zu stürmen?)
„Und allzu schnell verdorrt des Sommers Gras“: Das verdorrte Gras (= Heu) kommt hier ziemlich unvermittelt, da auch zu profan für die Herrlichkeit des Sommers; fast sieht man schon die Kuh am Horizont. Ist auch etwas „gewaltsam“ hier eingerückt und lässt eher auf die Unfähigkeit des Übersetzers schließen, sonst einen gescheiten Reim zu konstruieren.
„Und alle Schönheit kennt die Todesstund,/Entstellt durch Unbilden und Alterspein“: Shakespeare sagt im Original lediglich, dass Schönheit (sonst) nicht immer gleich schön wiederkehrt, wegen Zufall etc. Würde aber alle Schönheit tatsächlich die „Todesstund“ kennen, also sterben (und das auch noch „entstellt durch Unbilden und Alterspein“), dann wäre die Erwartung (3. Strophe: Auch drohet nicht des Todes Schattenreich), dass Schönheit ewigen Bestand hat, daneben. Hier wird ein Widerspruch in sich selbst konstruiert. Auch bezieht sich „Entstellt durch Unbilden und Alterspein“ im grammatikalischen Sinn auf „Todesstund“, was aber auch Mist wäre. Jedoch ist selbst "die Todesstund" einer entstellten Schönheit mehr was für einen Schauerroman als für ein Sonett dieser Art.
„Doch dein endloser Sommer bleibt sich gleich“: Tautologischer Pleonasmus, würd ich meinen; was endlos ist, muss sich gleich bleiben, oder? Oder kann man z. B. sagen: Mein Schmerz ist endlos, aber er verändert sich? Mein Kopfschmerz ist endlos, aber jetzt sind es eher Zahnschmerzen, irgendwie so?
„Teil der Zeit, auf ewig eingeritzt“: s. o.

Der Übersetzer ist ein wenig sadistisch veranlagt, scheint es. Aber auch andere Übertragungen sind oft etwas daneben. Die Tieck dreht alles auf den Frühling hin und zerstört damit die vom Urheber gemeinte, allegorisch bedeutsame Verbindung zwischen dem Sommer und dem „Mann in den besten Jahren“, macht ihn zu einem Jüngling, Karl Kraus nennt Bodenstedt einen alten Gymnasiallehrer oder so ähnlich und lästert über Stefan Georges Sonette-Übertragungen usw.

PawlowskyPawlowsky    Sexta-feira, 10/04/2020 - 16:14

Mit Deinen Bemerkungen zu „Soll ich dich messen an…“ und „viel schöner bist Du…“ gehst Du m. E. ein wenig zu weit. Er stellt ja die erste Frage nur rhetorisch und weiß schon, dass sie nicht bejaht werden kann, und das bestätigt ja dann das "viel schöner..."
Man könnte bestenfalls sagen, des Sommer Zeit beginnt 2020 am 20. Juni um 23:43 Uhr und endet irgendwann am 22. September, und daran kann man niemand messen. Aber er meint ja nicht die kaldendarische Zeit, sondern die Sommerzeit, auch wenn er "von des Sommers Zeit" spricht.

MilliMilli    Sábado, 11/04/2020 - 07:49

Wenn Du jemand sagst, "Du bist viel dingser als XY", dann kannst Du ihn doch nicht vorher fragen, ob er XY in Bezug auf Dingsbums die Füsse küssen darf oder ob er an XY ranreicht oder ob er an XY gemessen werden darf oder soll. M. E. passt die einleitende Frage nicht ganz zu dem, was folgt, weil sie im Ansatz fast schon kränkend ist. Ich gebe zu, "soll ich dich messen an" ist nicht ganz dasselbe wie "darfst Du ihm überhaupt die Füsse küssen", aber es geht in diese Richtung, m. E.