Wer wird mir singen,
Wenn der Tod mich sanft umhüllt,
Wenn ich den Weg zur Hel beschreite
Und die Spuren, die ich trete,
So kalt, so bitterkalt sind?
Ich suchte die Lieder,
Ich sandte die Lieder,
Bis der tiefste Brunnen
Mir Tropfen gab, so stark und rein,
Aus Odins ewigem Pfand.
Alles weiß ich, Odin,
Wo dein Auge verborgen ruht.
Wer wird mir singen,
Wenn der Tod mich sanft umhüllt,
Wenn ich den Weg zur Hel beschreite
Und die Spuren, die ich trete,
So kalt, so bitterkalt sind?
Früh am Tag, im Abendlicht,
Weiß der Rabe noch, ob ich falle.
Wenn du an den Toren der Hel stehst,
Und dich loszureißen suchst,
Werde ich dir folgen,
Über die Gjallarbrücke, mit meinem Lied.
Du wirst befreit von den Banden, die dich fesselten,
Du bist gelöst von den Ketten, die dich banden.
Reichtum stirbt,
Verwandte sterben,
Du selbst wirst auch vergehen.
Doch der Ruhm des Namens
Stirbt nie,
Für den, der sich Ehre erwarb.
Reichtum stirbt,
Verwandte sterben,
Du selbst wirst auch vergehen.
Ich kenne eins,
das niemals stirbt:
Das Urteil über einen toten Mann.
Diese Version bleibt dichter am Wortlaut des Originals und bewahrt dennoch die Poesie und emotionale Tiefe.
"Deyr fé" bedeutet auf Deutsch: "Das Vieh stirbt" oder "Reichtum vergeht".
Das Wort "fé" hat im Altnordischen eine doppelte Bedeutung: Es kann sowohl "Vieh" (als damaliges Zeichen von Wohlstand) als auch "Reichtum" im weiteren Sinne bedeuten.
"Deyr frændr" bedeutet auf Deutsch: "Die Verwandten sterben" oder "Die Verwandten vergehen".
Das Wort "frændr" (Plural von "frændi") bezeichnet im Altnordischen Verwandte oder nahestehende Familienmitglieder.